Prümerlandfrauen

Lerne deine Heimat kennen


Unter diesem Motto stand die Tagesfahrt der Prümer LandFrauen, die am Freitag, den 05 August 2016 stattfand.
Dieses Mal war die Nachbarstadt Gerolstein das Ziel.
34 Damen und 5 Herren begaben sich am späten Freitagmorgen auf den Weg. Zuerst erwartete die Gruppe eine Betriebsbesichtigung bei der Gerolsteiner Mineralbrunnen GmbH. In einem Film wurde der weite Weg gezeigt, den das Wasser zurücklegen muss, ehe es aus einer Tiefe von 250 Metern als Mineralwasser gewonnen werden kann. Um die natürliche Reinheit der Quellen zu erhalten, wird das Wasser, das durch die Gesteinsschichten der Vulkaneifel gefiltert wird, am Quellort abgefüllt. Umfangreiche tägliche Analysen sichern die Qualität.
Im Anschluss an eine Verkostung der verschiedenen Produkte erfuhr man bei einem Rundgang nicht nur, wie das Wasser in die Flasche kommt, sondern konnte die Mineralwasserabfüllung hautnah erleben. Von einer Tribüne aus war der Blick frei auf Abfüllung, Etikettierung, Flaschenreinigung und vieles mehr.
Nach dem Mittagessen stand die Führung in einer über die Gegend hinaus bekannten protestantischen Kirche auf dem Programm.
Die evangelische Erlöserkirche ist eine durch den Berliner Kirchenbauverein finanzierte und in Auftrag gegebene Kirche, die von 1907 bis 1913 erbaut wurde. Nach der Fertigstellung wurde sie dem deutschen Kaiser Wilhelm II. geschenkt, der Teile seines Privatvermögens in den Ausbau steckte. Der Architekt des Baus, Franz Schwechten, hatte zuvor auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin gebaut. Die Innenausstattung der Kirche ist mit großflächigen Goldmosaiken; welches ein Kleinod der Kirchenkunst darstellt; Rundbögen und einer dominierenden Kuppel aufwendig gestaltet.
Bei der Einweihung der Kirche am 15. Oktober 1913 war der Kaiser persönlich anwesend. Bis 1945 gehörte die Kirche dem Haus Hohenzollern, die evangelische Gemeinde in Gerolstein genoss Gastrecht.
Nach dieser sehr interessanten Führung wurde noch die angrenzende ehemalige römische Villa „Sarabodis“, die nur noch aus Resten besteht, sowie ein angrenzendes Museum besucht, in dem Funde aus den Ausgrabungen rund um das Grundstück der Villa und der Kirche gezeigt werden.
Dann ging es weiter in die benachbarte europäische Beispielstadt Hillesheim.
Bei einem Gang durch den sanierten Ortskern, der von der noch gut erhaltenen und begehbaren Stadtmauer umgeben wird, brachte die Heimatkundlerin Felicitas Schulz der Gruppe die Geschichte Hillesheims näher. 
Aus einer fränkischen Siedlung, gelegen an einer Römerstraße, entwickelte sich Hillesheim unter wechselnden Landesherrschaften zu einem bedeutenden Handelsort. Das Ausüben der Stadtrechte war durch Befestigung, Marktgeschehen und Gerichtsbarkeit gegeben. Die Verleihung dieser wichtigen Privilegien und Rechte ließ Hillesheim schon frühzeitig zu einem bedeutenden Platz im gesamten Eifelraum werden.
Mit dem Ende der Napoleonischen Herrschaft kam die Eifel nach dem Wiener Kongress 1814/15 zur Preußischen Rheinprovinz.
Im 20. Jhd brachten fortschreitende Industrialisierung wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Sanierung im Altstadtbereich unter Einbeziehung der aus dem 13. Jhd stammenden Stadtmauer mit Wehrgang, Hexen-, Mühlen- und Burgunderturm sowie Wachstube, brachte dem Ort 1981 die Auszeichnung "Europäische Beispielstadt".
1993 erfolgte dann die Wiederverleihung der Stadtrechte. Der sanierte Ortskern wird von der noch gut erhaltenen und begehbaren Stadtmauer umgeben.
Im Anschluss machten Die Prümer LandFrauen noch einen Abstecher in die Kirche.
Da die Kirche dem hl. Martin von Tours geweiht ist, kann man davon ausgehen, dass die Pfarrei über eintausend Jahre alt ist. Der Erzengel Michael ist der zweite Schutzpatron der Kirche. In den Jahren 1852/53 entstand die Kirche St. Martin als klassizistischer Saalbau. Von 1971 bis 1973 wurde die Kirche grundlegend renoviert und 2001 neu gestrichen. Sie ist als Kulturdenkmal geschützt, da sie neben einer aus dem Jahre 1772 stammenden barocken Orgel, aus der Werkstatt der bekannten Orgelbauerfamilie Stumm aus dem Hunsrück, weitere Kunstwerke besitzt, die Zeugnisse des christlichen Glaubens in der Region sind.
Beispiele dafür sind das große Gabelkreuz von 1661, der Osterleuchter von 1662 und der Tabernakel mit Bronzegitter von 1971
Einen ruhigen Abschluss fand der Ausflug bei Kaffee und Kuchen im Café Sherlock, wo der grüne Salon reserviert war.