Prümerlandfrauen

Knigge-Abend der Prümer LandFrauen

Mit dem Motto „Moderne Umgangsformen im Privaten und im Geschäftsleben“ hatten die Prümer LandFrauen am Freitag, den 21.10.2016 mit Knigge-Trainerin Claudia Merz nach Schönecken ins Gasthaus „am alten Amt“ eingeladen.
Ist gutes Benehmen Glücksache oder wofür braucht man es?
Wer meint, für das Vorwärtskommen im Berufsleben ist gutes Fachwissen ausreichend, der irrt sich. Bei einem Geschäftsessen in einem gehobenen Restaurant genügt es nicht, mit Messer und Gabel umgehen zu können. Das Verhalten und die Kenntnisse über die Tischkultur werden kritisch beobachtet, und Fehler könnten bei einer Bewerbung negativ auffallen. Gutes Benehmen bei Tisch ist auch heute noch ein Gradmesser für eine gute Kinderstube. Es lohnt sich also, sich etwas näher mit den modernen Knigge-Benimm-Regeln zu befassen. Denn alles, was andere wahrnehmen, spricht Bände, besonders dann, wenn es auf den ersten Blick interessant, überzeugend und selbstsicher wirkt. Wer zeitgemäße Umgangsformen beherrscht, kann im Beruf und Alltag entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielen. Weder streng, wie bei Frau Rottenmeyer, noch mit dem Nürnberger Trichter wurde das Thema behandelt. Locker nahm Frau Claudia Merz am 21.10.2016 die 11 Prümer LandFrauen mit auf einen Schnelldurchgang zum vielfältigen Thema „Knigge“ und klärte sie über neue und alte Regeln auf. Darunter war natürlich einiges bekanntes, man konnte jedoch auch viele neue Details lernen. Der erste Eindruck ist grundlegend für jede Begegnung sowohl beruflich als auch privat. Unsere Wirkung auf andere wird innerhalb von Sekunden bestimmt und nach vier Minuten glaubt man über andere Personen urteilen zu können; daher sind gute Umgangsformen nun einmal erforderlich. Dem Freiherrn von Knigge ging es in seinem 1788 erschienenen Buch „Über den Umgang mit Menschen“ nicht um Manieren und Tischsitten, sondern um Anstand und den Umgang miteinander. Sein Buch wurde damals gründlich missverstanden. Die Referentin stellt heraus, dass gutes Benehmen von innen heraus kommt und Herzensbildung hierbei eine wichtige Rolle spielt. Denn die vier Säulen des wertschätzenden Umgangs miteinander sind:
Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Respekt und Toleranz., Selbstverständlich sind Worte wie „Danke, Bitte, Guten Tag, Auf Wiedersehen und Entschuldigung“, und trotzdem kann man schon bei der Begrüßung in die ersten Fettnäpfchen treten. Daher wurden Tipps zu wer begrüßt wen zuerst, wen stellt man zuerst vor und die Begrüßung in einer größeren Gesellschaft gerne angenommen.
Nach der ersten Theorie-Einheit ging es dann zum praktischen Teil über. Bei einem nachgestellten Sektempfang konnten die Damen sich im Smalltalk üben, der eine angenehme Atmosphäre schaffen soll, wozu sich möglichst offene W-Fragen besonders eignen, und auftretende Fragen wurden schon vor dem eigentlichen Geschehen am Tisch beantwortete. So nahm keine der Teilnehmerinnen das Glas vom Sektempfang mit an den Tisch und jede wusste ganz genau, wo das wichtigste Accessoire der Frau zu platzieren war. Kaum am Tisch, nahmen die Frauen dann auch schon die nächste Hürde. Der eingedeckte Platz wurde nicht um dekoriert, sondern die  Serviette zu einem Rechteck gefaltet und auf den Schoß gelegt. Nun warteten die Frauen am Tisch auf das Startsignal von Frau Merz. Sie übernahm die Position der Gastgeberin und war daher auserkoren, mit dem Essen zu beginnen. Denn alles andere wäre unhöflich.
Anschließend zeigte sie, wie man mit der Flöckchen-Bröckchen-Methode angebotenes Brot isst. Nach der Poularde mit Bandnudeln und Pfannengemüse brachten die Frauen am Tisch das Besteck wie vom Knigge-Coach beschrieben in die „20 nach 4 Stellung, tupften dann mit der Innenseite ihrer Serviette die Lippen ab und freuten sich insgeheim schon auf den nächsten Gang: Zitronensorbet in Waldbeerlikör. Die Zeit zwischen den Gängen nutzten die Teilnehmerinnen des Knigge-Abends sowohl zu einem Gespräch mit der Tischnachbarin als auch für weitere Fragen an die Knigge-Trainerin.